17.09.2008:
21.10: Was für ein schöner Tag! Ging bissel blöde los, weil es in den Cañadas, die wir für die letzte Route auserkoren hatten, unglaublich windig war.
Mir war kalt, in meinen kaputten Schuhen haben sich Steine gesammelt, ich hatte Sand in den Augen und zwischen den Zähnen, der Wind hat mir den
letzten Sauerstoff weggerissen – kurz, es war unerträglich und entsprechend war ich unerträglich. Malte war verständlicherweise
genervt, weil er gerne noch eine Wanderung gemacht hätte.
So haben wir uns dann für eine Städtetour entschieden und sind über Vilaflor und die Autopista Sur nach Santa Cruz de Tenerife gefahren. Da haben wir in der Nähe der Fußgängerzone geparkt, sind ein bisschen rumgelaufen, haben bei Burger Kind irgendwas Trockenes gegessen und sind dann ins Museo de la Naturaleza y el Hombre gegangen.
Beim Bummeln am Plaza de España bretterte plötzlich eine weiße Assikarre an uns vorbei – wir dachten noch "was für ein Idiot", als es mehrmals
fürchterlich krachte. Da ist dieser Schwachkopf (grad mal Führerschein, wie es aussah) mit Vollgas anstatt durch die Kurve auf den Plaza geknallt,
hat einen Randstein gekickt und auf einem weiteren aufgesetzt. Beide Airbags waren auf, ein Riss in der Windschutzscheibe, der Radkasten und wer weiß
was noch alles auf der Beifahrerseite komplett weggerissen.
Der Jungspund stand völlig verdutzt neben seinem Schrottwagen, neben sich ein junges
Mädel, die sich den Kopf angeschlagen hatte. Wenn die hier öfter so fahren, ist es kein Wunder, dass in den Serpentinen so viele Totenschreine stehen
...
Santa Cruz selber gefällt mir überhaupt nicht, das reißen auch die Parks und Kolonialstilhäuser nicht raus. Es ist laut, dreckig, stinkt – doof!
Aber das Museum war toll. Man hat einen Einblick in die Entstehung der Kanaren bekommen, in die Lebensweise der Guanchen, über Flora und Fauna etc. ... Das kannte auch Moni noch nicht, ha! Wir waren eine ganze Zeit im Museum, anschließend sind wir aber zurück nach Puerto gefahren.
Ich habe schon meinen Kram gepackt, aber dann sind wir noch ein letztes Mal nach Puerto runter gefahren, auf den großen Parkplatz,
den ich von früher kannte.
Wir hatten beide Hunger und haben einfach nur ein nettes Restaurant gesucht, aber überall hat irgendwas oder irgendwer
genervt: Musiker, die mit Mikro und Verstärker praktisch auf deinem Schoß sitzen, Terror-Marktschreier für die Restaurants oder gleich beides.
Wir haben schon gesessen, weil uns der Hunger getrieben hat, sind aber geflüchtet, als Musiker gleich vor uns ihren Kram aufgebaut haben.
Nach langem Suchen und quasi auf dem Zahnfleisch haben wir dann tatsächlich eine kleine aber feine Ecke gefunden, die von dem ganzen Touristengeschrammel verschont geblieben ist. Die Calle de Mequinez und der Cruz Verde treffen sich an einer Ecke, die ein kleines Viertel säumt. Hier sind ganz viele kleine Lokale in engen Gässchen, mit schönem Licht, gemütlicher Atmosphäre, ohne Marktschreier oder Musikanten, die einem das Trommelfell wegblasen.
Wir waren in der Calle de Mequinez in der Pizzeria di Laura. Da ist man mittendrin, die Bedienung sprach nur spanisch, hat aber wunderbar funktioniert. Malte hat so perfekt bestellt, dass sie ihn ohne Rücksicht auf Verluste daraufhin komplett zutextete, ohne dass wir ein Wort verstanden ...
Außer ihr war da noch der Koch mit weißem Muscleshirt und schwarzem Kopftuch. Beide sehr freundlich und lustig,
ständig am strahlen und gut drauf. Das Essen war fantastisch, die Nudeln hausgemacht, und man konnte dem Koch bei der Arbeit zusehen. Im Hintergrund
lief spanisches Radio, um uns rum quakten Spanier, es war einfach perfekt.
Auf jeden Fall ein Geheimtipp, wenn man dem Rummel entfliehen will.
Jetzt lassen wir aber langsam den Abend ausklingen, weil wir um sechs Uhr raus müssen. Wir sind uns einig, dass wir den Urlaub prima gewuppt, schöne Touren gemacht und nette und auch für mich neue Ecken entdeckt haben. Und eine Menge Ideen gesammelt haben, um weitere Urlaube auf Teneriffa zu rechtfertigen. :-)
Mehr Bilder vom heutigen Tag gibts auf der nächsten Seite!